Der Hager'sche Freihof stammt aus den Jahren 1595-1600 und wurde damals vollständig neu errichtet.

Seine klare Architektur benötigte durch 400 Jahre keine Veränderungen. Während sonst alle Räume gewölbt sind, waren die beiden südlichen Räume im 1 OG. wahrscheinlich auch zur Erbauungszeit flach gedeckt, vermutlich mit einer geschnitzten Decke und getäfelten Wänden. Diese Holzausstattung fiel dem Stadtbrand von 1682 zum Opfer-der heutige Plafond stammt aus der Zeit um 1800.

Die Gestaltung der Fassade und Innenräume war, entsprechend der Zeit des Protestantismus im Waldviertel, farblich sehr zurückhaltend und materialbezogen:

Der Stuck in den Räumen war in ocker gebrochenem Weiß farblich nur leicht von den weißen Nutzflächen abgesetzt, sodass er im wesentlichen durch Licht und Schatten wirkte. Sämtliche Farbschichten aus 400 Jahren befinden sich darauf, sodass die eigentlich exakt geschnittenen Profile völlig verschwommen wirken.

Im südwestlichen Raum des 1 OG. konnten Wandmalereien gefunden werden, die in die Zeit um 1700- 1.H.18Jh. datiert werden können und vermutlich mit einer Neugestaltung nach dem Brandschaden von 1682 in Zusammenhang stehen.

 

(aus: "Untersuchungsbericht Hager'sches Freihaus, Mai-Juni 2017, Mag. Ralf Wittig")


Der Hager'sche Freihof - einige Impressionen

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